Stefan Hartmann

Stefan Hartmann (* 19. August 1954 in Oberhausen-Sterkrade) ist ein deutscher römisch-katholischer Priester.

Hartmann besuchte das Benediktinerkollegium im schweizerischen Sarnen, Kanton Obwalden, das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Oberhausen-Sterkrade und die Leibnizschule Hannover. Als AFS-Austauschschüler erwarb er 1972 das High School Diploma in Marshall, Minnesota, 1973 absolvierte er das Abitur am Aloisiuskolleg in Bad Godesberg. 1974 begann er ein Studium der Psychologie, Philosophie und Theologie an der Universität Freiburg im Uechtland, wechselte 1976 an die Universität Trier und später nach Freiburg im Breisgau, wo er 1979 sein Diplom erreichte. Nach Exerzitien bei Hans Urs von Balthasar in Kehrsiten trat er 1979 in das Priesterseminar Trier ein. Nach seiner Diakonweihe am 19. Dezember 1981 empfing er am 10. Juli 1982 in Trier die Priesterweihe durch Bischof Hermann Josef Spital.
Er war von 1982 bis 1985 Kaplan in Saarlouis-Fraulautern und ab 1985 Vikar in Remagen-Kripp. 1988 wurde Hartmann Pfarrer in Neuwied-Niederbieber. Weitere berufliche Stationen waren Bad Säckingen (1990–1993 Kur- und Klinikseelsorger), Wien (1993–1996 Universitätsseelsorger), Kronach-Neuses und Theisenort (1996–2001), sowie Oberhaid (Oberfranken) (seit September 2001). 2003 wurde er in das Erzbistum Bamberg inkardiniert.
Hartmann wurde 2004 aufgrund einer Arbeit über Hans Urs von Balthasar an der Katholischen Universität Eichstätt zum Lic. theol. und 2008 aufgrund der Dissertation Maria in der Heilsgeschichte. Eine theologiegeschichtlich-systematische Untersuchung der Mariologie des Heinrich M. Köster (mit summa cum laude) zum Dr. theol. promoviert. Neben seinen Büchern veröffentlichte Hartmann zahlreiche Artikel und Buchbesprechungen (unter anderem in „Freiburger Rundbrief“, „Die Tagespost“, „Klerusblatt München“, „Mut“ (Asendorf), „Stimmen der Zeit“).
2010 publizierte Hartmann in Heiligenkreuz (Wienerwald) diverse Aufsätze unter dem Titel Standorte. Theologische Skizzen und Gestalten, 2012 in Berlin (bookondemand) ein Plädoyer „Offene Kirche für einen offenen Glauben“ zum Konzilsjubiläum und zum dazu ausgerufenen Jahr des Glaubens. Im Februar 2015 erschien in Mut. Forum für Kultur, Politik und Geschichte (Asendorf) sein Aufsatz Martin Luther und die Kirchen. Gedanken eines Katholiken.
Bundesweite Bekanntheit erlangte Hartmann, als er sich in einer Nachtcafé-Sendung des SWR vom 10. Januar 2014 dazu bekannte, Vater einer 24-jährigen Tochter zu sein. Am 15. Januar 2014 untersagte das Erzbischöfliche Ordinariat Bamberg Hartmann durch eine Monitio, sich weiterhin zum Zölibat zu äußern, da die Äußerungen des Priesters „bei den Gläubigen Verwirrung ausgelöst“ hätten. Gegenstand des Mahnschreibens war auch der Versuch Hartmanns im Jahr 2012, bei zwei evangelischen Landeskirchen als Pfarrer Anstellung zu finden. Dieses Vorhaben habe Hartmann zwar abgebrochen, sich aber nicht davon distanziert.
Am 21. Januar 2014 veröffentlichten das Erzbischöfliche Ordinariat Bamberg und Stefan Hartmann eine gemeinsame Erklärung. Zuvor hatte Hartmann auf seiner Facebookseite und über KNA das Mahnschreiben des Erzbischöflichen Ordinariates Bamberg veröffentlicht.
Am 24. April 2014 veröffentlichte Hartmann, nachdem sich nach Angaben Hartmanns der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick zu einer diskreten Weiterleitung nicht in der Lage gesehen habe, vor dem Barmherzigkeitssonntag auf Facebook einen Appell an Papst Franziskus mit einem Gesuch um Dispens vom Zölibat unter dem Titel „Barmherzigkeit! Jetzt!“.
Im Oktober 2015 kündigte Hartmann an, künftig mit einer Frau zusammenleben zu wollen. Er wurde daraufhin vom Ortsbischof von seinen Ämtern entbunden und durfte an diesem Zeitpunkt in der katholischen Kirche keine priesterlichen Dienste mehr ausüben. Hartmann bat den Papst um Dispensierung von den Weiheverpflichtungen; am 19. Januar 2016 wurde ihm von seinem Ortsbischof das Dekret überreicht, das ihn aus dem Klerikerstand entlässt.
Gewählte Mitglieder des Parteivorstandes: Ali Al Dailami | Pia Barkow | Judith Benda | Heinz Bierbaum | Steffen Bockhahn | Arne Brix | Christine Buchholz | Katharina Dahme | Nina Eumann | Ruth Firmenich | Wolfgang Gehrcke | Anne Geschonneck | Florian Häber | Stefan Hartmann | Steffen Harzer | Claudia Haydt | Matthias Höhn | Marco Höne | Andrej Hunko | Karin Kaschuba | Katja Kipping | Kerstin Köditz | Caren Lay | Klaus Lederer | Torsten Löser | Anja Mayer | Xaver Merk | Irene Müller | Thomas Nord | Juliane Pfeiffer | Tobias Pflüger | Bernd Riexinger | Johanna Scheringer-Wright | Katina Schubert | Ilja Seifert | Marika Tändler | Frank Tempel | Axel Troost | Halina Wawzyniak | Sabine Wils | Janine Wissler | Harald Wolf | Dagmar Zoschke

Straßburger Manuskript

Das Strassburger Manuskript (Strassburger Malerbuch) ist das älteste bekannte Handbuch für Maltechnik in deutscher Sprache. Die Handschrift wurde im 15. Jahrhundert geschrieben, vermutlich im Elsass.
Das Originalmanuskript wurde 1870 bei einem Brand der Strassburger Bibliothek vernichtet, aber eine ältere Abschrift befindet sich heute noch in der National Gallery in London.
Der Text gliedert sich in drei Teile. Der erste Teil handelt u.a. von der Herstellung von Farbstoffen und nennt als Urheber ‚meister Heinrich von lübegge‘ (= Lübbecke? Lübeck?). Der zweite hat als Verfasserangabe ‚Meister Andres von Colmar‘ und handelt von der Herstellung von Gummilösungen, Tinten und Wasserfarben. Der dritte Teil ist anonym und enthält eine Vielzahl von Rezepten, die u.a. die Herstellung von Ölfarben beschreiben. Die Gebrüder Jan und Hubert van Eyck waren also nicht, wie Vasari berichtete, die Erfinder der Ölmalerei, sondern machten diese populär. Ölfarbsysteme waren schon im 15. Jahrhundert bekannt.
In den 1840er Jahren bekam der englische Kunstgelehrte Sir Charles Lock Eastlake (1793-1865) von seinem Freund Wilhelm Heinrich Ludwig Gruner (1801-1882) eine Abschrift des Strassburger Manuskriptes A.VI.19. Eastlake benutzte sie als Quelle für seine Materials for a History of Oil Painting (London: Longmans 1847). Diese Abschrift, die seit dem Verlust des Originals (1870) als bester Textzeuge gilt, kam aus Eastlakes Besitz in die National Gallery in London und wird dort unter der Signatur 75.023 STR verwahrt. Sie diente als Vorlage für eine zweite Abschrift, die Sir Edward John Poynter (1836-1919) als Direktor der National Gallery nach 1893 anfertigen liess und dem Münchener Maler und Kunsthistoriker Ernst Berger (1857-1919) zur Verfügung stellte. Berger benutzte diese zweite Abschrift als Grundlage für seine Edition des Strassburger Malerbuchs (1897). Zwischen der Eastlake-Handschrift und Bergers Ausgabe sind viele erhebliche Unterschiede festzustellen, die entweder auf Poynters Kopisten oder auf Bergers Redaktion zurückgehen. Es gibt keine neuere textkritische Ausgabe. Zu überprüfen wäre auch Bergers frühe Datierung (‘Übergang des XIV. zum XV. Jh. als Entstehungszeit’) (S. 144).

Martha Mendel

Martha Mendel (* 8. Oktober 1907 in Düsseldorf; † 17. März 1975 in Gießen), die „eiserne Martha“, war eine deutsche Sportlehrerin, Segelfliegerin, Fallschirmspringerin und Flugzeugbauerin, die 1930 in Mainz im Mittelrheinischen Verein für Luftfahrt die erste deutsche Frauen-Segelfluggruppe, die Damen-Segelfluggruppe Mainz-Wiesbaden gründete. Im April 1935 erzielte sie einen Weltrekord im Dauersegelflug.

Martha Mendel besuchte die Mädchen-Mittelschule in Düsseldorf und wurde in Bonn zur Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin ausgebildet, gefolgt von einer Ausbildung zur Gymnastik- und Turnlehrerin an der Frauenarbeitsschule Mainz (heute die berufsbildende Sophie-Scholl-Schule). Nach Abschluss der Ausbildungen wurde sie in Gießen an der Aliceschule als Ausbilderin für Turnlehrerinnen eingesetzt. Später schloss sie noch eine Ausbildung zur Ruderlehrerin ab.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie Gründungsmitglied des Aero-Club Lützellinden und Wieseck.
Martha Mendel starb am 17. März 1975 in der Frauenklinik Gießen; ihre langjährige Freundin Hanna Reitsch drehte ihr zu Ehren einige Schleifen über dem Krankenhaus.
Die 1930 unter der Leitung von Martha Mendel gegründete Segelfluggruppe war dem Mittelrheinischen Verein für Luftfahrt e.V. angeschlossen und bestand bei ihrer Gründung aus 16 Sportlehrerinnen und -studentinnen des Turnseminars der Frauenarbeitsschule Mainz. Im Januar 1930 begann die Gruppe auf dem „Großen Sand“ mit der Einsitzerschulung.
Im Frühjahr 1931, als die Studentinnen ihre Ausbildung abschlossen und ihre Arbeitsstellen an anderen Schulen antraten, blieben nur vier Frauen übrig, die sich zunächst der Männer-Segelfluggruppe anschließen mussten, bevor sie 1932 ihren Verein neu gründen konnten.
Im Sommer 1932 trat Mendel anlässlich des 13. Rhön-Wettbewerbs auf der Wasserkuppe mit dem von der Gruppe gebauten Kassel-20-Flugzeug an. Dabei gelangen ihr nur vier Starts, was für einen vorderen Rang zu wenig war, doch sie wurde mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet. 1933 war Mendel zum Wettbewerb ebenfalls gemeldet, trat jedoch nicht an.
Martha Mendel erwarb ihren A-Schein im Frühjahr 1931, den B-Schein im folgenden Herbst und den C-Schein im Frühjahr 1932. Sie war eine der ersten Segelfliegerinnen, die in der 1931 eingeführten Flugzeugschleppmethode ausgebildet wurden.
Im Juni 1937 erwarb sie das Segelflug-Leistungsabzeichen. An der Segelflugschule der DFS in Griesheim besuchte sie einen Lehrgang für ingenieurmäßiges Segelfliegen.
Im Mai 1932 stellte Mendel mit 800 Metern Höhe ihren ersten Segelflug-Rekord auf. Im April 1935 stellte sie mit 11 Stunden und 28 Minuten einen neuen Weltrekord im Dauersegelflug auf, der bisher von Hanna Reitsch gehalten wurde. Im selben Monat absolvierte sie ihren ersten Fallschirmsprung.
In Gießen ist der Martha-Mendel-Weg nach ihr benannt.

Angelica Balabanova

Angelica Balabanova, auch Balabanoff, (ursprünglich Анжелика Исааковна Балабанова/Anschelika Issaakowna Balabanowa; * 7. Mai 1878 in Kiew; † 25. November 1965 in Rom) war eine international tätige sozialistische Politikerin und Publizistin.
Angelica Balabanova studierte in Brüssel, wo sie kommunistische Ideen kennenlernte. Sie zog nach Rom und begann eingewanderte Arbeiter der Textilindustrie zu organisieren. Sie wurde Vorsitzende der Partito Socialista Italiano (PSI) und stand in engem Kontakt mit der russischen Revolutionsbewegung und war auch Wegbegleiterin von Mussolini, der Chefredakteur der sozialistischen Zeitung Avanti war. Als dieser sich zum Kriegshetzer entwickelte, wandte sie sich noch vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges von ihm ab. Balabanoff arbeitete im Exekutiv-Komitee der sozialistischen Frauen-Union mit und organisierte zusammen mit Clara Zetkin Frauen-Kongresse. Während des Ersten Weltkrieges rückte sie innerhalb der Arbeiterbewegung nach links und beteiligte sich an der Zimmerwalder Konferenz, wo sie gegen die Burgfriedenspolitik eintrat.
Nach der Russischen Revolution zog sie nach Russland und arbeitete 1919 als Sekretärin der Kommunistischen Internationalen. Sie wurde zur Kritikerin der Bolschewiki und kehrte nach Italien zurück. Aufgrund des zunehmenden Einflusses des Faschismus in Italien ging sie ins Exil in die Schweiz, wo sie 1928 Paris Avanti! herausgab. Sie gehörte zu den führenden Köpfen der unter dem Namen Pariser- und Londoner Büro bekannten internationalen linkssozialistischen Vereinigungen. Während des Zweiten Weltkriegs lebte sie in den USA. Nach der Spaltung des Partito Socialista Italiano 1947 gehörte sie dem Partito Socialista dei Lavoratori Italiani (PSLI) bzw. später dem Partito Socialista Democratico Italiano an. Sie war weiterhin in internationale sozialistische Aktivitäten involviert, bis ihr schlechter Gesundheitszustand sie ab 1964 davon abhielt.
Ihr schriftlicher Nachlass wird vom Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis in Amsterdam betreut.

Suzanne Mubarak

Suzanne Mubarak (arabisch سوزان مبارك, DMG Suzān Mubārak; geb. Sūzān Ṣāliḥ Thābit, auch Suzanne Saleh Sabet geschrieben; * 28. Februar 1941 in Al-Minya, Ägypten) ist mit dem ehemaligen ägyptischen Staatspräsidenten Husni Mubarak verheiratet und war vom 14. Oktober 1981 bis zum 11. Februar 2011 die First Lady Ägyptens.
Suzanne Mubarak wurde 1941 als Tochter des ägyptischen Kinderarztes Saleh Mustafa Sabet und dessen aus Pontypridd, Wales, stammender Frau, der Krankenschwester Lily May (geb. Palmer), in der 150 Kilometer südlich von Kairo am Nil gelegenen Provinz Al-Minya geboren. Sie ist weitläufig mit Anwar as-Sadats Witwe, Jehan as-Sadat, verwandt.
Saleh Mustafa Sabet hatte während seiner Studentenzeit an der Cardiff University Lily May Palmer kennengelernt. Das Paar heiratete am 16. März 1934 in London und zog kurze Zeit darauf nach Ägypten. 1936 wurde Mounir, der ältere Bruder von Suzanne Sabet (Mubarak), geboren.
Auf der St.-Claire-Heliopolis-Mittelschule und der American University in Cairo erhielt sie eine Ausbildung westlicher Prägung. Sie studierte Politikwissenschaften und Soziologie und schloss 1977 mit einem Bachelor in Politikwissenschaften, 1982 mit einem Master in Soziologie ihr Studium ab. (Thema der Thesis: Social Action Research in Urban Egypt. A case study of primary school upgrading in Bulaq.)
Mit Husni Mubarak hat sie zwei Söhne, den politisch einflussreichen Gamal Mubarak, der bis Anfang 2011 als „Kronprinz“ Ägyptens gehandelt wurde, sowie den sich jeglicher politischer Betätigung enthaltenden Alaa Mubarak.
Frau Mubarak übernahm das Patronat für die ägyptische Fernsehserie Alam Simsim („Sesams Welt“), einer Art Sesamstraße, die die Alphabetisierung der ägyptischen Jugend zum Ziel hat, sowie das Amt der Ehrenpräsidentin der ägyptischen Rotarier.
Am 19. Februar 2003 erhielt Suzanne Mubarak die Ehrenmedaille der Freien Universität Berlin. Seit 2004 ist sie Ehrenbürgerin der Universität Stuttgart.

Impigno

Impigno ist eine Weißweinsorte, die in der italienischen Weinbau-Region Apulien kultiviert wird. Der Name Impigno bedeutet übersetzt Faulpelz und war um 1900 ein gebräuchlicher Spottname für Bauern. Es heißt jedoch, dass die Rebsorte diesen Namen erhielt, da ein Bauer namens Impigno aus Ostuni diese Sorte in die Appellation Martina Franca einführte. Erstmals beschrieben wurde sie durch die Ampelographen Gaudio und Giusto.
Die Rebsorte wächst vorrangig in den Hügellagen nördlich von Brindisi. Hauptanbauflächen findet man bei Ostuni. Dort findet der Weißwein Eingang in den DOC-Wein Ostuni Bianco. Der Wein der spätreifenden Sorte wird zumeist mit anderen Sorten wie Francavidda aber auch Verdeca oder Bianco d’Alessano verschnitten.
Siehe auch den Artikel Weinbau in Italien sowie die Liste der Rebsorten.
In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:
Die Rebsorte reift ca. 30 Tage nach dem Gutedel und gehört damit zu den Rebsorten der mittleren dritten Reifungsperiode (siehe das Kapitel im Artikel Rebsorte). Sie gilt somit als spät reifend.
Impigno ist eine Varietät der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera).

Friedrich Schmid (Pfarrer)

Friedrich Schmid (* 6. September 1807 in Walddorf; † 18. August 1883 in Ann Arbor) war ein deutschamerikanischer lutherischer Pfarrer und Missionar.
Friedrich Schmid war der Sohn von Friedrich und Anna Schmid, geb. Pfeiffle. Im März 1828 trat Schmid in das pietistische Basler Missionshaus ein und empfing, nach fünfjähriger Ausbildung, am 8. April 1833 in Lörrach seine Ordination als Prediger. Das Direktorium der Baseler Mission hatte zu dieser Zeit ein Gesuch aus Ann Arbor im US-Bundesstaat Michigan erhalten und beschloss, Friedrich Schmidt dorthin zu entsenden. Am 8. Juni 1833 schiffte sich Schmid von Le Havre aus in die USA ein und traf im August des Jahres in Detroit ein. Von dort begab er sich zu Fuß nach Ann Arbor, wo er am 26. August 1833 den ersten deutschen Gottesdienst abhielt. Bis Dezember 1833 wurde unter seiner Regie eine erste lutherische Kapelle etwa drei Meilen westlich von Ann Arbor im Dorf Scio errichtet, die den Namen Zionskirche erhielt.
1845 wurde unter seiner Führung mit dem Bau einer Kirche in Ann Arbor selbst begonnen, der 1849 fertiggestellt wurde. Diese Kirche erhielt den Namen Bethlehems-Kirche. Auch an anderen Orten in Washtenaw County entstanden unter der Führung von Schmid lutherische Gemeinden und Kirchen, und darüber hinaus an zahlreichen weiteren Orten in Michigan, darunter in Monroe, Ypsilanti, Plymouth, Lansing, Grand Rapids, Saginaw und Sebewaing. Nach 38-jähriger Tätigkeit musste Friedrich Schmid 1871 aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Pfarrer niederlegen.
Friedrich Schmid heiratete in Michigan am 4. September 1834 die deutsche Einwanderin Louise Mann. Das Ehepaar hatte sechs Söhne und sechs Töchter. Louise Schmid starb am 10. März 1899. Ein Sohn der Schmids, ebenfalls Friedrich Schmid genannt, veröffentlichte 1908 in Detroit (auf deutsch) eine kurze Lebensgeschichte seines Vaters.

New York Times Tower

New York Times Tower ist der Name eines Wolkenkratzers in New York City. Er befindet sich in Midtown Manhattan und ist Hauptsitz der bekannten US-Tageszeitung The New York Times.

Der Bau des Wolkenkratzers begann im Jahr 2003 und wurde nach einer vierjährigen Bauzeit im Jahr 2007 fertiggestellt. Auftraggeber war die bekannte Tageszeitung New York Times, die plante ihren Hauptsitz vom 41 Park Row Building in ein größeres Gebäude zu verlegen. Der New York Times Tower ist 319 Meter hoch und damit derzeit das fünfthöchste in New York City – nach dem One World Trade Center (541 Meter), 432 Park Avenue (426 Meter), dem Empire State Building (381 Meter) und dem Bank of America Tower (366 Meter) und liegt auf gleicher Höhe wie das Chrysler Building (ebenfalls 319 Meter). Der Rang des sechsthöchsten Gebäudes der Stadt entfällt daher. Außerdem rangiert der Turm auf dem neunten Rang der höchsten Gebäude in den USA. Die Baukosten betrugen 850 Millionen US-Dollar. Der Wolkenkratzer steht an der Eighth Avenue zwischen der 40. und 41. Straße; die offizielle Adresse lautet 620 Eighth Avenue, New York, NY 10018.
Das Design beinhaltet viele Funktionen zur Steigerung der Energieeffizienz. Der Sonnenschutz, voll verglast mit Niedrig-Energie-Glas, maximiert den Eintrag natürlichen Lichts im Gebäude, während Keramik-Stäbe die direkte Sonneneinstrahlung abblocken und so die Klimaanlage entlasten. Eine von Sensoren gesteuerte mechanische Verschattung verringert die Blendung, während mehr als 18.000 individuell dimmbare fluoreszierende Leuchten das natürliche Licht ergänzen, so dass Energie-Einsparungen von 30 Prozent möglich sind. Die Stabilität des Gebäudes soll neben dem Stahlkorsett im Turminneren auch durch verschiedene Stahlverstrebungen der Fassade gewährleistet werden.
Eine Erdgas-gespeiste Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage liefert 40 Prozent der elektrischen Energie für den New-York-Times-Abschnitt innerhalb des Gebäudes; die Abwärme wird für Heizung und Kühlung genutzt. In den Stockwerken der New York Times ist ein erhöhtes Bodensystem für die Unterflur-Luftverteilung installiert, das einen geringeren Verbrauch hat als eine konventionelle Kühlung. Das Gebäude weist ebenfalls eine Außenluftkühlung auf, falls es außerhalb des Gebäudes kühler als im Innenraum ist.
Das Gebäude verfügt über 52 Stockwerke, die Decke des höchsten Stocks erreicht eine Höhe von 227 Metern. An den Fassaden folgt bis zu einer Höhe von 256 Metern ein Glaswall. Auf der Dachmitte wurde eine sich verjüngende Spitze installiert, wodurch die Höhe von 319 Metern zustande kommt.
Der obere Teil der Spitze ist so konzipiert, dass er leicht im Wind schwingen kann. Das Gebäude wird zwar als umweltfreundlich betitelt, ist allerdings nicht LEED-zertifiziert.
Die New York Times nutzt das Gebäude bis zur 28. Etage. Die restlichen Stockwerke darüber wurden vermietet und dienen ebenfalls Bürozwecken. Eine Einrichtung für Publikumsverkehr gibt es im New York Times Tower nicht, er ist daher der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die gesamte Nutzfläche des Turms beläuft sich auf rund 143.000 m².
Am 6. Juni 2008 kletterte der Franzose Alain Robert, auch unter dem Spitznamen «Spiderman» bekannt, ungesichert die Fassade bis hinauf zur Dachkante. Als Begründung gab er an, damit auf den Klimawandel aufmerksam machen zu wollen. Nur wenig später tat es ihm spontan ein weiterer Kletterer nach. Eine Sprecherin der New York Times äußerte, die Zeitung wolle künftig ähnliche Zwischenfälle verhindern.
Das Gebäude im Bau, 2006
Blick vom Empire State Building
Ansicht von unten auf den Turm hinauf
Der Turm bei Nacht
40.756333333333-73.990094444444Koordinaten: 40° 45′ 23″ N, 73° 59′ 24″ W

Goroubankassam

Region
Goroubankassam (auch: Gorouban Kassam, Gorou Bankassam) ist eine Landgemeinde im Departement Dosso in Niger.

Goroubankassam liegt in der Großlandschaft Sudan. Die Nachbargemeinden sind Mokko im Nordwesten, Tombokoirey I im Nordosten, Karguibangou im Osten, Tessa im Südosten, Farey im Süden, Gollé im Südwesten und Dosso im Westen. Das Gemeindegebiet ist in 33 administrative Dörfer, 26 traditionelle Dörfer, einen Weiler und 26 Lager gegliedert. Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Goroubankassam (auch: Gorou Bankassam).
Die Landgemeinde Goroubankassam ging 2002 bei einer landesweiten Verwaltungsreform aus einem Teil des Kantons Dosso hervor. Im Juni 2008 zerstörten Überschwemmungen 181 Hütten in der Gemeinde, 266 Einwohner galten als geschädigt.
Bei der Volkszählung 2001 hatte Goroubankassam 24.870 Einwohner. Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 33.125.
Die Gemeinde liegt in einer Zone, in der Regenfeldbau betrieben wird. Durch Goroubankassam verläuft die Nationalstraße 1, die hier Teil der internationalen Fernstraße Dakar-N’Djamena-Highway ist.
Dosso | Farey | Garankédey | Gollé | Goroubankassam | Karguibangou | Mokko | Sambéra | Tessa | Tombokoirey I | Tombokoirey II