Heumaden (Stuttgart)

Heumaden ist ein Stadtteil von Stuttgart. Es liegt südöstlich des Stadtzentrums und ist mit 9219 Einwohnern (2011) der größte Stadtteil im Stadtbezirk Sillenbuch. Der Name Heumaden stammt von Heuen, von der „Mahd“; das Wappen zeigt die gekreuzte Heugabel und den Rechen.

Heumaden liegt auf einem Höhenrücken am Nordrand der Filderebene, der in drei Richtungen (im Westen zum Bußbach, im Norden zum Tiefenbach und im Osten zum Katzbach) abfällt. Heumaden ist im Süden mit Riedenberg und Sillenbuch und im Norden mit dem Stadtteil Lederberg zusammengewachsen. Im Westen und Osten erstrecken sich mit dem Lederberg und der Steinklinge weitläufige Waldgebiete. Durch die im Westen von Heumaden gelegene Hedelfinger Filderauffahrt ist der Stadtteil weitgehend vom Durchgangsverkehr befreit.
In einer alten Ortsbeschreibung von 1851 wird die Lage Heumadens wie folgt beschrieben: „Heumaden ist nur eine und dreiviertel Stunden südöstlich von Stuttgart, am östlichen Saume der Filderebene, auf einem flachen, gegen das Neckartal sanft geneigten Bergrücken, von dem man eine schöne Aussicht in das Neckartal und an den gesegneten, obstreichen Höhenzug der Esslinger Höhe genießt, zwischen tiefgeschnittener Steinklinge und dem noch tieferen Rohracker Tälchen gelegen.“
Die erste urkundliche Erwähnung Heumadens war am 10. Juli 1199. Damit wurde 1120 als Gründungsjahr festgelegt. 1449 wurde Heumaden, das bereits damals reich an Obst und Gemüse war, von Esslingen überfallen. Vier Bauern wurden erstochen und drei gefangen genommen. 50 Jahre später wiederholte Esslingen den Überfall. Bei dem darauf folgenden Wiederaufbau entstand die Kirche. Im Jahr 1635 wütete die Pest in Heumaden. 86 Menschen verstarben hierdurch. 1658 wurde eine Schule gegründet, die 1679 in eine Volksschule überging. Im Franzosenkrieg von 1796 wurde Heumaden allein von Österreich sieben Mal überfallen und geplündert.
Die beiden Weltkriege gingen auch an Heumaden nicht spurlos vorüber. Im Ersten Weltkrieg fielen 50 Prozent aller Heumadener Kriegsteilnehmer. Im Zweiten Weltkrieg wurden 1944 während eines einzigen Fliegerangriffs über 50 Anwesen zerstört. Wegen der strategisch günstigen Lage Heumadens standen hier in beiden Kriegen Flakbatterien.
1922 wurde auf der Heumadener Gemarkung mit der Siedlung Lederberg ein neues Wohngebiet erschlossen. Am 1. April 1937 wurde Heumaden nach Stuttgart eingemeindet und dann als eigenständiger Stadtteil geführt. Bei der Einteilung der Stadt Stuttgart in Stadtbezirke im Jahre 1956 wurden es mit Riedenberg und Sillenbuch zum Stadtbezirk Sillenbuch vereinigt. Dabei wurde der Stadtteil Lederberg dem Stadtbezirk Stuttgart-Hedelfingen zugeschlagen.
Im Jahre 1970 wurde 850 Jahre Heumaden groß gefeiert.
Ende der 1970er Jahre wuchs Heumaden durch die Erschließung des Wohngebiets „Über der Straße“ mit den beiden Stadtteilen Riedenberg und Sillenbuch zusammen.
Heumaden liegt verkehrsgünstig zwischen dem Zentrum Stuttgarts und dem Stuttgarter Flughafen (Luftlinie jeweils rund sechs Kilometer). Da Stuttgart bis heute keine fernverkehrtaugliche Ostumfahrung besitzt, gehört seit vielen Jahren die Debatte um eine ausgebaute Filderauffahrt zu den großen Verkehrsprojekten der Stadt. Ursprünglich war das Projekt Teil einer geplanten Autobahn zwischen Schwäbisch Hall, Stuttgart, Reutlingen und Ravensburg (A 85), später wurden die Pläne konzentriert auf eine bloße Verbindung zwischen der B 10 im Neckartal und der A 8 auf der Filderebene. Diese Fortsetzung der bestehenden B 312 war zwar Bestandteil des Bundesverkehrswegeplans, wurde bisher jedoch aus finanziellen und politischen Gründen nicht realisiert. Hauptstreitpunkt ist die Umfahrung der Stadtteile Riedenberg und Hedelfingen.
Über die Stadtbahnlinien U7, U8 und im Hauptverkehr zusätzlich die U15, sowie die Buslinien 65 und 131 ist Heumaden auch mit dem Öffentlichen Nahverkehr gut zu erreichen.
Das Alte Rathaus, ein 1683 erbautes Fachwerkhaus, dient heute als Bürgerhaus.
Die evangelische Alte Kirche Stuttgart-Heumaden wurde erbaut ab 1499, 1666 umgebaut und 1893 renoviert. Die Evangelische Kirchengemeinde Alt-Heumaden hat circa 1750 Mitglieder, die meist im alten Teil von Stuttgart-Heumaden oder in Lederberg wohnen. Zur Gemeinde gehört ein 1772 erbautes Pfarrhaus, außerdem ein neues Gemeindehaus (auf dem Grund des bis 1868 genutzten Friedhofs), das neben der Kirche steht und am ersten Advent 1979 eingeweiht wurde.
Die evangelische Kirchengemeinde Heumaden-Süd ist seit 1972 selbstständig. Ihre Gnadenkirche mit Gemeindezentrum an der Ecke Bockelstraße und Hedelfingener Filderauffahrt wurde 1964 eingeweiht und als moderner Kirchenbau mit Architekturpreisen bedacht. Im September 1993 wurde das Gemeindehaus Über der Straße in der Bernsteinstraße eröffnet.
Die Katholische Kirchengemeinde St. Thomas Morus Stuttgart-Heumaden hat ihre Kirche ebenfalls in Heumaden.
Am Katzenbach, zwischen Hedelfingen und Heumaden, liegt Stuttgarts ältester Tierfriedhof.