Emma Willard

Emma Willard (Geburtsname: Emma Hart) (* 23. Februar 1787 in Berlin, Connecticut; † 15. April 1870 in Troy, New York) war eine US-amerikanische Pädagogin und Pionierin auf dem Gebiet der höheren Bildung für Frauen und der Koedukation in den USA.

Die Tochter des Kaufmanns und Politikers Samuel Hart erhielt ihre Schulbildung an Schulen in Berlin sowie Hartford und nahm danach 1803 im Alter von sechzehn Jahren eine Tätigkeit als Lehrerin auf. Nachdem sie als Rektorin an verschiedenen Schulen arbeitete, übernahm sie die Leitung einer Bildungseinrichtung in Middlebury und heiratete dort 1809 den Arzt und Bankier sowie damaligen US Marshal von Vermont, Dr. John Willard.
1814 eröffnete sie mit der Unterstützung ihres Ehemannes ein Internat für Mädchen in Middlebury, an dem sie Unterrichtsfächer für Geometrie und Philosophie einführte, die bei Mädchen zu dieser Zeit nicht unterrichtet wurden. Daneben betrieb sie auch zahlreiche Änderungen der damals üblichen Unterrichtsmethoden. Dort wuchs ihr Entschluss, ein Seminar für die höhere Bildung von Mädchen zu gründen und verfasste diesen 1818 in einer Abhandlung über die Bildung von Frauen (Treatise on the Education of Women), die sie 1819 als Anschreiben an das Repräsentantenhaus von Vermont richtete und die auf dem Emma Willard Memorial in Troy als The Magna Charta for Higher Education of Women in America bezeichnet wird.
Noch 1819 eröffnete sie eine Schule in Waterford, die von der Regierung des Bundesstaates New York anerkannt und unterstützt wurde. 1821 verzog sie nach Troy, wo ihr ein adäquates Gebäude zur Verfügung gestellt wurde, um dort das Troy Female Seminary, die heutige Emma Willard School, zu gründen. Nach dem Tode ihres Ehemannes 1825 leitete sie die von ihr gegründeten Schulen erfolgreich allein weiter.
1830 unternahm sie eine Reise nach Europa und veröffentlichte anschließend Journal and Letters from France and Great Britain (1833), dessen Verkaufserlöse sie für eine auf ihre Initiative hin gegründete Schule in Griechenland stiftete, an der einheimische Frauen als Lehrerinnen ausgebildet wurden. Bei diesem Projekt arbeitete sie unter anderem mit ihrer jüngeren Schwester Almira Lincoln Phelps, Sarah Josepha Hale und Lydia Sigourney zusammen.
Nachdem sie 1838 die Leitung der von ihr gegründeten Bildungseinrichtungen an ihren Sohn John Hart Willard und dessen Frau übergeben hatte, heiratete sie 1838 den Arzt Dr. Christopher Yates, von dem sie sich allerdings bereits 1843 wieder scheiden ließ und ihren bisherigen Namen wieder annahm.
In den Jahren vor ihrem Tod lebte sie in Troy und befasste sich dort mit der Überarbeitung zahlreicher Schulbücher und der Öffentlichkeitsarbeit für höhere Bildung. 1846 unternahm sie eine ausgedehnte Reise durch die Weststaaten und Südstaaten der USA, um Reden auf Versammlungen von Lehrern zu halten. 1854 gehörte sie zu den Teilnehmern eines weltweiten Bildungsforum in London.
Emma Willard, die als Pionierin auf dem Gebiet der höheren Bildung für Frauen in den USA angesehen wird, unterrichtete selbst im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn rund 5000 Schulkinder. Durch die Durchsetzung der gleichen Unterrichtsfächer für Mädchen schuf sie letztlich auch die Grundlagen für die Gemeinschaftserziehung von Mädchen und Jungen in den USA.
Neben ihrer eigenen Lehrtätigkeit verfasste sie zahlreiche, weit verbreitete Schulbücher zu Fächern wie Geschichte, Geographie, Biologie, Astronomie, die auch in mehrere europäische und asiatische Sprachen übersetzt wurden. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen gehören:
Neben zahlreichen Artikeln und Essays verfasste sie aber auch Gedichte wie „Reeked in the Cradle of the Deep“, die 1830 in einer Anthologie erschienen.
Emma Willard wurde unter anderem durch die posthume Aufnahme in die Hall of Fame for Great Americans in New York City geehrt.
Ihr Wohnhaus in Middlebury, das heute als Verwaltungsgebäude für das Middlebury College genutzt wird, gehört unter dem Namen Emma Willard House zu den National Historic Landmarks in Vermont.

Peter A. Bruck

Peter A. Bruck (* 8. Oktober 1950 in Wien) ist ein österreichischer Kommunikationswissenschaftler und Jurist. Er ist wissenschaftlicher Gesamtleiter und Geschäftsführer der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft mbH (RSA FG). Im Jahr 2012 gründete er das Spin-Off-Unternehmen KnowledgeFox GmbH und ist seitdem dessen CEO. Im International Center for New Media in Salzburg erfüllt Bruck die Funktion des ehrenamtlichen Präsidenten. Er ist weiter Chairman of the Board of the European Academy of Digital Media-EADiM, Niederlande, und Chairman of the Board of Directors of the World Summit Award im Rahmen des United Nations process of the World Summit on the Information Society (WSIS).

Peter A. Bruck studierte Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wien und beendete dieses als Dr. jur. Als Fulbright Scholar absolvierte Bruck als Master of Arts in Soziologie an der University of Iowa, USA. Graduate Studies and Humanities Fellow mit einem Abschluss als PH.D in Communication an der McGill University, Montreal bilden den Abschluss der universitären Ausbildung.
Von 1982 bis 1992 arbeitete Bruck als Professor of Journalism and Communication an der Carleton University in Ottawa, Kanada. Ebendort war Bruck auch Director of the Centre for Communication, Culture and Society, Faculties of Arts and Social Sciences. Von 1990 bis 1995 war Bruck als Professor auf Zeit in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg, 1994 – 1998 Direktor des Institut für Informationsökonomie und Neue Medien. 1995–1997 war Bruck Gründender akademischer Direktor der FH Salzburg (ehem. Techno-Z Fachhochschule), wie auch Gründer und Wissenschaftlicher Leiter der Techno-Z FH Forschung- & Entwicklungsgesellschaft (ab 2000 Salzburg Research Forschungsgesellschaft).
Bruck ist zurzeit Honorarprofessor für Informationsökonomie und neue Technologien am Institut für Wirtschaftswissenschaften, Universität Salzburg und Adjunct Research Professor in Communications, an der Carleton University.
Bruck arbeitete als Leiter der Business Unit Interaktive Medien der Jet2Web Internet Services GmbH im Unternehmensverbund der Telekom Austria AG und Chief Content Officer der Telekom Austria von 2001 bis 2002. Von 2002 bis 2008 Gesamtleiter der Research Studios Austria in der Unternehmensgruppe der Austrian Research Centers GmbH – ARC. Seit deren Ausgliederung im April 2008 ist Bruck Geschäftsführer und wissenschaftlicher Gesamtleiter der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft mbH.
Bruck ist der Initiator des österreichischen Staatspreises für Multimedia und eBusiness (seit 1997) sowie der Leiter des EUROPRIX Multimedia Awards (seit 1998), des europäischen Wettbewerbs für die besten Multimediainhalte. Bruck war Vorsitzender des Europaratausschusses für die Medienvielfalt in Europa (2002 bis 2007) und Mitglied des höchsten Beratungsgremiums der Vereinten Nationen für Informations- und Kommunikationstechnologien (UN ICT Task Force) in New York, sowie der UN Global Alliance for ICT and Development (seit 2006).
Die Forschungsinteressen von Peter A. Bruck konzentrieren sich auf die Entwicklung der neuen Kommunikationstechnologien und Informationsstrukturen und die dadurch bedingten Veränderungen in Geschäftsprozessen, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Einen Schwerpunkt bildet derzeit die Forschung im Bereich Mikrolernen, mobiles Lernen im Kontext digitaler Medien, Return on Investment in Education sowie Microlearning & Gamification.
Peter A. Bruck veröffentlichte und redigierte zahlreiche Bücher, Forschungsberichte und wissenschaftliche Publikationen sowie Fachartikel auf den Gebieten der Kommunikation und der Neue Medien, Medien- und Informationenwirtschaft, Nachrichtentechnikentwicklung, kulturelle Studien und im Bereich Soziologie. Er ist Herausgeber der Buchreihe für wissenschaftliche Monographien: Smart Media and Applications Research beim Deutschen Universitäts-Verlag.

Aston Martin V12 Zagato

Aston Martin V12 Zagato (2011–2012)
Der Aston Martin V12 Zagato ist ein Sportwagen des britischen Automobilherstellers Aston Martin. Das auf 101 Exemplare limitierte Coupé wurde in Zusammenarbeit mit dem italienischen Designstudio Zagato entwickelt.

Bereits in den 1950er Jahren bestand eine Geschäftsbeziehung zwischen Aston Martin und Zagato. 1960 hatte Zagato eine Spezialausfertigung des Aston Martin DB4 eingekleidet, die die Bezeichnung DB4 GT Zagato trug und bald zu einem Klassiker des Automobilbaus wurde. Anlässlich des Genfer Automobilsalons 1984 vereinbarten beide Unternehmen, ein neues Projekt zu starten. Heraus kam 1987 der V8 Zagato. Des Weiteren baute Zagato 2002–2004 auf dem DB7 die jeweils auf 99 Stück limitierten Modelle DB7 Zagato sowie DB AR1. Der V12 Zagato setzt somit die Tradition dieser Zusammenarbeit weiter fort.
Der V12 Zagato basiert auf dem V12 Vantage, der Motor wurde übernommen. Aus 5,9 Litern Hubraum generiert der V12-Benzinmotor 380 kW (517 PS) und 570 Nm und treibt die Hinterräder an. Der Hersteller gibt als Höchstgeschwindigkeit 305 km/h und für den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h 4,2 Sekunden an. Bei seiner Premiere am 21. Mai 2011 auf dem Concorso d’Eleganza Villa d’Este am Comer See wurde der V12 Zagato vom Publikum zum schönsten Prototypen gewählt. Anfangs existierten lediglich zwei Modelle ohne Straßenzulassung mit Rennstrecken-Auslegung, die bereits am 24-Stunden-Rennen am Nürburgring teilnahmen.
Am 9. Februar 2012 startete die Fertigung in Kleinserie. Gefertigt wurden 101 Stück zum Preis von ca. 500.000 Euro. Bei der Zusammenstellung der Materialien und in Sachen Design nutzte man die gesammelten Erfahrungen aus der Entwicklung des Supersportwagens One-77. Das Dach, die Motorhaube sowie die Türen wurden aus Aluminium handgefertigt, die Kotflügel vorne und hinten, die Kofferraumklappe sowie die Seitenschweller sind aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, um das Leergewicht gering zu halten.
Die wichtigsten Elemente an der Front sind der dominante Grill mit gezackten Lamellen, die ovalen Frontscheinwerfer, die Lippe unter der Frontstoßstange, die großen Lufteinlässe in der Motorhaube und an den Seiten und sein feststehender Heckspoiler. Im Vergleich zur Vantage-Basis ist die Karosserie am Heck deutlich gekürzt, die runden Heckleuchten erinnern an den DB4 GT Zagato. Im Dach sind zwei für Zagato typische Wölbungen – die sogenannte „Double Bubble“ – ausgeformt um die Kopffreiheit der Passagiere zu erhöhen. Im Interieur setzt Aston Martin auf Lederschalensitze mit Kontrastnähten, das „Z“ aus Zagato ist überall im Innenraum zu finden.
Heckansicht
Aston Martin V12 Zagato Rennwagen
Heckansicht des Rennwagens
Aktuelle Modelle: DB9 | DB11 | Rapide | Vantage | Vanquish
Historische Modelle: Cygnet | DB1 | DB2 | DB2/4 | DB4 | DB4 GT Zagato | DB5 | DB6 | DB7 | DB10 | DBS (1967) | DBS (2007) | Lagonda | Lagonda Rapide | One-77 | V8 (1972) | V8 (1996) | V8 Zagato | V12 Vanquish | V12 Zagato | Vantage | Virage (1989) | Virage (2011)
Motorsport: DBR1 | DBR2 | DB3 | DBR4 | DBR9 | DBRS9 | Vulcan | Lola-Aston Martin LMP1

Bembecinus tridens

Bembecinus tridens ist ein Hautflügler aus der Familie der Crabronidae.

Die Tiere erreichen eine Körperlänge von 7 bis 11 Millimetern. Ihr Körper ist schwarz-gelb gefärbt. Die gelbe Binde auf dem ersten Tergit des Hinterleibs ist fast immer durchgehend, was die Art von Bembecinus hungaricus unterscheidet, deren Binde unterbrochen ist. Die Cubitalzelle 2 ist ungestielt.
Die Art kommt in Nordafrika, Süd- und Mitteleuropa und östlich bis nach Zentralasien vor. Die nördliche Grenze ihrer Verbreitung verläuft durch den Norden Deutschlands. Sie besiedelt Flugsandgebiete und Silbergrasfluren. Die Tiere fliegen in einer Generation von Anfang Juni bis Ende August. Die Art kommt in Mitteleuropa sehr selten vor.
Die Weibchen von Bembecinus tridens betreiben Brutpflege und haben eine ähnliche Lebensweise wie die Kreiselwespe (Bembix rostrata). Das Ei wird in der Zelle abgelegt und erst anschließend wird die Nahrung, kleine Zikadenarten, eingebracht. Die Art wird von Hedychrum chalybaeum parasitiert.

Eyerkeilturm

Der Eyerkeilturm war ein Wehrturm der ca. 1300–1350 errichteten äußeren Stadtmauer der Stadt Aachen. Er ist nicht mehr erhalten.

Der Eyerkeilturm war nicht Bestandteil des äußeren Mauerrings, sondern stand im Südwesten des Mauerrings an der Spitze der Zwingermauer der dreieckigen Lütticher Schanze zwischen Jakobstor und Junkerstor. Ihm gegenüber an dem Mauerring stand der Turm ohne Namen.
Der Eyerkeilturm war ein Rundturm und wurde daher oft auch einfach als „Runder Turm“ bezeichnet. Er hatte einen Durchmesser von etwa 12,50 m. Der Turm hatte zwei Obergeschosse, zu denen eine Wendeltreppe hinaufführt.
Das Erdgeschoss hatte Schießscharten für Bogen- und Armbrustschützen, die beiden Obergeschosse dagegen breitere Schießluken, die durch Holzklappen verschlossen werden konnten, für den Einsatz von Geschützen wie z.B. Ballisten.
Das Dach war flach und von einem Zinnenkranz umgeben, so dass auch von hier aus der Raum vor der Mauer und innerhalb der Zwingeranlage der Lütticher Schanze kontrolliert und beschossen werden konnte.
Durch seine Lage vor der Ringmauer diente der Eyerkeilturm auch als Unterstützung zur Verteidigung des Jakobstors und des Junkerstors.
50.7696666666676.0730583333333Koordinaten: 50° 46′ 11″ N, 6° 4′ 23″ O

Superwelt

Superwelt ist ein österreichischer Spielfilm von Karl Markovics aus dem Jahr 2015. Der Film wurde auf dem 45. Berlinale Forum am 9. Februar 2015 erstmals aufgeführt. Bei der Diagonale 2015 wurde Karl Markovics für das Drehbuch mit dem Thomas-Pluch-Preis ausgezeichnet. Ulrike Beimpold erhielt den Preis als beste Schauspielerin, ebenso beim Österreichischen Filmpreis 2016. Zudem gewann Superwelt in den Kategorien „Bildgestaltung Spielfilm“ (Michael Bindlechner) und „Szenenbild Spielfilm“ (Isidor Wimmer).

Gabi Kovanda, Ende 40, Supermarktkassiererin, führt ein quälend normales Leben zwischen Haushalt und Beruf. Gabis Mann Hannes arbeitet am städtischen Bauhof, ihr gemeinsamer Sohn Ronnie ist Zeitsoldat beim Bundesheer und wohnt noch zu Hause. Seine ältere Schwester Sabine lebt schon in Wien und kommt nur noch an den Wochenenden vorbei. Gabis und Hannes Leben verläuft routiniert und ohne große Ereignisse. Doch als Gabi eines Tages von der Arbeit nach Hause kommt, geschieht etwas, das ihr Leben mit einem Schlag verändert. Es ist nichts zu sehen, nichts zu hören, und doch trifft es Gabi wie ein Blitz aus heiterem Himmel – die Begegnung mit Gott.
Der Film ist einer biblischen Berufungsgeschichte nachgebildet und zieht dabei einige Parallelen zu biblischen Topoi, wie bei der brennenden Thujahecke (Brennender Dornbusch), bei der dreifachen Verleugnung durch ihren Sohn (Verleugnung des Petrus), die Wanderung durch den Sand der Schottergrube (Wüste), bei der Kaffeepause im Bauwagen mit den zwölf Schottergrubenarbeitern (Abendmahl Jesu), das Waschen neben der Wasserpumpe (Jakobsbrunnen) – auffallend ist hier auch die Nähe zum kaum fließenden Bach, der an den Jordan erinnert (Taufe Jesu).
Der Film hatte ein Budget von ca. 2,3 Mio. Euro und wurde innerhalb von 35 Drehtagen aufgenommen. Die Zeit von der Idee bis zur Umsetzung beziffert der Regisseur mit ca. zwei Jahren.

Fernand Cormon

Fernand Cormon, eigentlich Fernand-Anne Piestre Cormon, (* 24. Dezember 1845 in Paris; † 20. März 1924 ebenda) war ein französischer Maler und Leiter der privaten Malschule Atelier Cormon. Zu seiner Zeit war er ein bekannter Historienmaler in Frankreich, der häufig religiöse Themen malte und sich später gelegentlich der Porträtmalerei zuwandte. Sein Malstil ist dem akademischen Realismus zuzuordnen.

Seine Malstudien begann Cormon in Brüssel bei Jean-François Portaels. Im Jahr 1863 kehrte er nach Paris zurück, wo er Schüler von Alexandre Cabanel und Eugène Fromentin wurde. Cormon verließ in seinen Werken nie die akademische Linie. Er stellte seit 1868 im Salon de Paris aus und leitete in den 1880er Jahren seine private Kunstschule, das Atelier Cormon, wo er seine Schüler in einer Malerei unterwies, die von der Jury des Salons anerkannt wurde. Unter seinen Schülern, die dieses Ziel nicht erreichten, weil ihre malerischen Intentionen vom vorgegebenen Stil des Salons abwichen, waren unter anderem Henri de Toulouse-Lautrec, Louis Anquetin, Eugène Boch, Émile Bernard und Vincent van Gogh.
1880 wurde Cormon in die Ehrenlegion aufgenommen. Er unternahm Reisen nach Tunesien und in die Bretagne. Cormon wurde 1898 Leiter an der École nationale supérieure des beaux-arts und Mitglied der Académie des Beaux-Arts. Henri Matisse, der unter Cormons Vorgänger Gustave Moreau die École besucht hatte, musste sie 1899 wegen Unstimmigkeiten mit Cormon verlassen.
Fernand Cormon war, neben in dunklen, durch Schlaglichter erhellten Sujets des modernen Lebens, spezialisiert auf biblische und prähistorische Szenen. In dem in Öl auf Leinwand gemalten Bild Caïn (Kain) mit den Maßen 384 × 700 cm, das im Jahr 1880 die Sensation des Salons war, illustrierte er einen Vers aus La legende des siècles (Die Legende der Jahrhunderte) von Victor Hugo: „Als Kain mit seinen in Tierfelle gehüllten Kindern, mit wirrem Haar, bleich mitten in den Stürmen, vor Jehova floh, / da es Abend wurde, kam der finstere Mann in einer großen Ebene an den Fuß eines Gebirges […]“. Für dieses Werk arbeitete er jede Figur nach Modell und studierte für deren Ausstaffierung die Ergebnisse archäologischer Forschung. Das Gemälde wurde vom französischen Staat erworben und befindet sich heute im Musée d’Orsay in Paris.

Vinland Saga

Vinland Saga (jap. ヴィンランド・サガ, Vinrando Saga) ist eine historisch inspirierte Manga-Reihe von Makoto Yukimura, die seit 2005 erscheint und bislang über 2.000 Seiten umfasst.
Die Geschichte beginnt mit dem jungen Isländer Thorfinn, der sich einer Bande von Wikingern anschloss, um deren Anführer, dem Mörder seines Vaters, im Zweikampf zu besiegen, und somit den Tod seines Vaters zu rächen.
Die Reihe gewann 2012 den Kōdansha-Manga-Preis in der Allgemeinen Kategorie.

Yukimura setzt seine Geschichte ins Europa des frühen 11. Jahrhunderts und verknüpft dabei Fiktion mit historischen Personen, Schlachten und anderen Gegebenheiten. So erzählt er unter anderem von der Invasion der Wikinger unter Dänenkönig Sven Gabelbart in England und der dort geführten Schlachten, von den Jomswikingern und den Entdeckungsfahrten Leif Erikssons. Dabei geht er über den reinen geschichtlichen Rahmen hinaus und versucht die damalige Zeit detailliert wiederzugeben. Dabei geht es auch um den ursprünglichen heidnischen Glauben der Wikinger und die fortschreitende Christianisierung.
Im Manga tauchen auch verschiedene historische Persönlichkeiten auf. Darunter Leif Eriksson, der in Island als Geschichtenerzähler auftritt, und Sigvald von Seeland als König der Jomswikinger. Auch Thorkell, König Sweyn I. und Prinz Canute gehören zu den historischen Persönlichkeiten.
Im Jahre 1002 ist Thorfinn sechs Jahre alt und lebt mit seiner Familie in einer kleinen Siedlung auf Island. Das Leben mit seinem Vater Thors, seiner Mutter Helga und seiner älteren Schwester Ylfa dort ist zwar hart, aber unbeschwert. Sein Vater, der den Beinamen „Troll von Joms“ trägt, täuschte in einer Schlacht vor Norwegen seinen Tod vor, um von den Jomswikingern desertieren zu können, und verschwand mit seiner Frau nach Island. Seine Mutter ist eine Tochter König Sigvaldis. Die einzigen Abenteuer bringen die Geschichten des belächelten Leif Eriksson, der von der Entdeckung des sagenumwobenen Vinlands berichtet.
Doch dies ändert sich, als ein Kriegsschiff in den Hafen einläuft. An Bord ist Floki, ein Gesandter König Sigvaldis von Jomsburg, der Thorfinns Vater dazu erpresst, sie in der Schlacht um England zu unterstützen. Dieser, ein ehemaliger Kriegsheld, der dem Töten aber lange abgeschworen hat, willigt widerstrebend ein und macht ein Schiff nach Jomsburg klar. Mit einigen übereifrigen jungen Männern des Dorfes und in Begleitung von Leif bricht er auf. Thorfinn versteckt sich heimlich an Bord. In der Zwischenzeit erteilt Floki auf den Färöer-Inseln dem Anführer einer Söldnertruppe, Askeladd, den Auftrag Thors zu töten.
So kommt es bald zum Duell zwischen Askeladd und Thors, wobei Thorfinns Vater der Sieger ist. Dieser verliert aber dennoch sein Leben, als er jenes seines Sohnes zu schützen versucht. Einzig vom Wunsch nach Rache getrieben, schließt sich Thorfinn daraufhin Askeladd an, um diesen eines Tages in einem fairen Duell zu besiegen.
Sechs Jahre später überfallen Wikinger unter Dänenkönig Sweyn England, darunter auch Askeladd und seine Truppe. Thorfinn übernimmt die Schmutzarbeit für Askeladd, um sich dadurch das Recht auf fortwährende Duelle zu verschaffen. Im Jahr 1013 scheint der Krieg für England verloren. Nur London hält unter der Führung des Jomswikingers Thorkell den Belagerern stand. Nach einem weiteren gescheiterten Angriff, in dessen Folge es zum Kampf zwischen Thorfinn und Thorkell kommt, ziehen sich die Dänen zurück und König Sweyn schickt seinen jüngsten Sohn, Knut, die Belagerung fortzusetzen, doch auch dieser scheitert.
Der Prinz und sein Treuer Ragnar werden daraufhin von Thorkell gejagt. In der Folge gelingt es Askeladd und seiner Truppe des Prinzen habhaft zu werden. Askeladd nutzt Knut zunächst als politische Marionette; opfert sich jedoch, um Knut den Thron zu sichern. Seiner Rache beraubt attackiert Thorfinn den Prinzen, wird aber überwältigt und als Sklave an einen Farmer verkauft. Dort sinnt Thorfinn über den zukünftigen Inhalt seines Lebens, während Knut durch Intrigen die Herrschaft über England erlangt.
Von April bis Oktober 2005 erschien Vinland Saga jede Woche als Fortsetzungsgeschichte im Shōnen Magazine, einem der auflagenstärksten Manga-Magazine. Seit Dezember 2005 wird der Manga monatlich im sich an eine ältere Zielgruppe richtenden Afternoon fortgeführt, weil Yukimura den wöchentlichen Erscheinungsrhythmus nicht einhalten konnte. Der Kōdansha-Verlag bringt die im Magazin vorher veröffentlichten Einzelkapitel auch in Sammelbänden (Tankōbon) heraus, von denen bislang 14 erschienen sind.
Der Manga wurde ins Chinesische, Koreanische, Italienische und Französische übersetzt. Carlsen Comics veröffentlicht den Manga in Deutschland seit März 2012 in bisher zwölf Bänden.

Flexicalymene ouzregui

Flexicalymene ouzregui aus Erfoud, Marokko (Länge: 7 cm)
Flexicalymene ouzregui (syn. Diacalymene ouzregui) ist eine Trilobitenart aus dem Oberordovizium.

Die Tiere wurden bis zehn Zentimeter lang. Auf dem Kopfschild (Cephalon) hat er eine deutlich gefurchte Glabella. Sie wird zum Saum schmäler und ist glocken- oder fingernagelförmig. Vorne am Kopfschild befindet sich ein deutlicher Saum. Der Trilobit besaß sehr kleine, holochroale Augen. Die Gesichtsnähte sind gonatopar. Das bedeutet, dass die Mündungspunkte dieser Nähte genau in den Wangenecken liegen. Das Hypostom ist konterminant und der Kopfschild hat eine Rostralplatte. Der Thorax besteht aus 13 Segmenten. Die Spindel ist höher und etwa 2/3 so breit wie die Seitenloben. Die Seitenloben sind zur Bauchseite abgerundet. Der Schwanzschild ist halbrund und ohne Spitzen am Saum.
Die Fossilien werden meisten in drusenartigen Steinen gefunden. Diese bildeten sich aufgrund des pH-Wert-Unterschieds durch die Verwesung des Tierkadavers und des umgebenden Mergeltons. Wenn ein Gesteinsknollen aufgeschlagen wird, zerbricht er in eine Negativ– und Positivform des Fossils. Die Fossilien sind meistens schokoladenbraun gefärbt. Das Fossil wird häufig ausgebreitet und in seltenen Fällen eingerollt aufgefunden. Die Fossilien stammen meistens aus der Ktaoua Formation in Marokko entlang Erfoud, Rissani, Alnif bis Zagora.
Die Fossilien wurden früher von Beduinen in der Ktaoua Formation als Tauschobjekte gesucht. Heute werden sie auch gerne an Touristen verkauft. Ebenso werden sie zum Weiterverkauf aus Marokko importiert. Die ausgestreckte Form ist meistens im Vergleich zu anderen Trilobitenfossilien sehr günstig. Häufig werden die Fossilien im Handel als Diacalymene ouzregui bezeichnet. Sie können auch leicht mit anderen Calymenidae-Gattungen verwechselt werden.

Guillaume-Joseph Chaminade

Guillaume-Joseph Chaminade (* 8. April 1761 in Périgueux; † 22. Januar 1850 in Bordeaux) ist der Gründer der Gesellschaft Mariä (Marianisten). Sein Gedenktag wird an jedem 22. Januar begangen.

Guillaume-Joseph Chaminade (eingedeutscht Wilhelm Josef) war eines von 14 Kindern eines (katholischen) Tuchhändlers. Drei seiner Brüder wurden ebenfalls Priester.
Eine Nachfahrin der Familie Chaminade ist die französische Komponistin und Pianistin Cécile Chaminade (1857–1944).
1785 zum Priester geweiht und setzte den Schwerpunkt seiner Tätigkeit in der Jugendseelsorge, indem er armen Jugendlichen eine Schulbildung ermöglichte. Er arbeitete während der französischen Revolution eng mit Marie-Thérèse Charlotte de Lamourous (1754–1836) zusammen, die sich in der Untergrundkirche engagierte und das The Miséricorde („Haus der Barmherzigkeit“) in Bordeaux gegründete, ein Heim für ehemalige Prostituierte. Er wurde später gezwungen, aufgrund seiner Tätigkeit aus Bordeaux nach Saragossa in Spanien zu flüchten. 1800 kehrte er nach Bordeaux zurück. Er sammelte junge Menschen um sich, die sich zu einer Gemeinschaft von Laien im Namen der Gottesmutter Maria (Kongregation) zusammenschlossen. Aus dieser Kongregation erwuchsen die Marianistischen Laiengemeinden (1800), die Ordensgemeinschaften der Marianistenschwestern (1816) und die „Marianisten“ (1817).
Chaminade wurde am 3. September 2000 in Rom durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.
Sein Grabmal befindet sich auf dem Cimetière de la Chartreuse in Bordeaux.